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Unsichtbarer Jäger


Foto von Thomas Stephan

Wildkatzen sind spezialisierte Kleinsäugerjäger. Sie jagen stets einzeln und nicht wie Löwen oder Wölfe in Rudeln, deshalb greifen sie nur Beutetiere an, die kleiner sind als sie selbst.

Die Nahrung besteht überwiegend aus Wühlmäusen und anderen Mäusearten. Auf ihrem Speisplan können aber auch Kaninchen, Siebenschläfer, Kleinvögel, Insekten, Eidechsen, Fische und Amphibien stehen. Hasen oder Rehkitze werden, wie Nahrungsanalysen zeigen, nur selten geschlagen.
 

 


Foto von Thomas Stephan

Die Wildkatze jagt meist in der Zeit von der Abenddämmerung bis in die frühen Morgenstunden. In ungestörten Gebieten kann sie auch tagsüber unterwegs sein. Sie ist ein Schleich- und Lauerjäger. Lautlos wartet sie im Hinterhalt auf ihre Beute und schleicht sich so nahe wie möglich unbemerkt an sie heran. Die Mäuse werden mit schnellem Prankenhieb niedergeschlagen, tot gebissen und überwiegend ganz verschlungen.

Während der Katze meist keine Bewegung in ihrer Umgebung entgeht, ist sie selbst kaum sichtbar. Die verwaschene Tarnfärbung ihres Fells hilft ihr mit ihrer Umgebung optisch zu verschwimmen. Bei Störung durch den Menschen bleibt sie oft ruhig sitzen und wird dann übersehen.

Der Körper der Wildkatze ist optimal an ihre Jagdweise angepasst: Das Bauprinzip des Körpers basiert darauf, dass auf sichere Verankerungen von Knochen und Gelenken zum Teil verzichtet wurde, um eine möglichst hohe Beweglichkeit zu erzielen. So besitzen Katzen zum Beispiel kein Schlüsselbein. Der lange und sehr bewegliche Schwanz dient bei Sprüngen als Steuer und zum Ausbalancieren. Die Wirbelsäule ist ebenfalls sehr biegsam. Das befähigt die Katze bei einem Sturz aus der Rückenlage meist sicher auf vier Pfoten zu landen. Dabei dreht sie während des Falls reflexartig den Kopf in die richtige Lage, dann den Vorderkörper und zuletzt den Hinterkörper. Der Schwanz dient dabei als Ruder. Der muskulöse Körper gibt ihr enorme Sprungkraft und Wendigkeit.

 


Foto von Andreas Stern

Beim Anschleichen kann die Wildkatze sehr leise sein, denn sie setzt beim Gehen nicht den ganzen Fuß auf, sondern berührt nur mit den Zehen den Boden. Die Zehen haben mit kräftiger Hornhaut überzogene und gepolsterte Sohlenballen, die ihren Schritt dämpfen. Die Krallen sind in der Ruheposition in eine Hautfalte eingezogen, um sie vor Abnutzung zu schützen und werden erst beim Klettern oder Beuteschlagen ausgefahren. Da sie rückwärts gerichtet sind, bieten die Krallen beim Abstieg keinen Halt. Runter geht es dann nur mit einem Sprung zum Boden oder mühsamen Rückwärtsklettern.

 

Wildkatzen haben ein relativ rundes Gesicht mit einer kurzen Schnauze und kräftigem Unterkiefer. Das Gebiss der Katzen ist entsprechend auf die Fleischnahrung spezialisiert. Die Eckzähne sind stark, dolchartig und messerscharf. Diese auch Fangzähne genannten Zähne eignen sich bestens zum Festhalten und Töten der Beutetiere.

 

Die Sinne einer Wildkatze

 

Die Augen sind verhältnismäßig groß und nach vorne gerichtet, was eine gute räumliche Wahrnehmung ermöglicht. Dabei ist das Gesichtsfeld größer als beim Menschen. Bei Dunkelheit weiten sich die Pupillen sehr stark und eine reflektierende Schicht an der Augenrückseite, das „Tapetum lucidum“, ermöglicht eine Art doppelte Ausbeute des einfallenden Lichts, so dass die Katze auch in der Dämmerung noch ausgezeichnet sehen kann. Das Tapetum lucidum ist auch die Ursache für das auffallende Leuchten der Katzenaugen im Dunklen.

Die Wildkatze verfügt außerdem über ein sehr empfindliches Gehör, um Beutetier auch im hohen Gras oder bei Dunkelheit aufspüren zu können. Dabei helfen die unabhängig voneinander in fast alle Richtungen beweglichen Ohren, die eine genaue Lokalisation des Beutetieres ermöglichen.

Katzen können auch besonders gut tasten und das nicht nur mit den empfindlichen Sohlenballen. Sie besitzen lange Schnurr- und Tasthaare an verschiedenen Stellen im Gesicht und sogar an den Vorderbeinen. Die Vibrissen genannten Haare sind tief in der Haut verankert und mit zahlreichen Nerven verbunden. Sie melden der Wildkatze auch bei völliger Dunkelheit Hindernisse oder enge Stellen.









In Rheinland-Pfalz wird das Projekt von der Stiftung Natur und Umwelt mit Geldern aus der LOTTO -Glücksspirale RLP co-finanziert.



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