Unsere Hauskatzen und die Europäische Wildkatze gehören zu einer Art: Felis silvestris. Die Hauskatze ist aber trotz ihrer äußerlichen Ähnlichkeit kein Nachkomme unserer heimischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris). Die Stammform unserer Hauskatze (Felis silvestris forma catus) ist die afrikanische Falbkatze (Felis silvestris libyca).
Hinweise auf die Zähmung von Falbkatzen finden sich schon vor etwa 10.000 Jahren in Vorderasien und dort speziell in Ägypten. In jener Zeit veränderte sich die Lebensweise des Menschen, er begann sesshaft zu werden und Nahrungsgüter zu erzeugen. Durch die Vorratshaltung wurden Mäuse angezogen und mit ihnen die Falbkatzen. Wahrscheinlich wurde die Anwesendheit der Katze anfänglich durch den Menschen nur geduldet, später dann bewusst gefördert, um die Vorratsschädlinge loszuwerden.
Hauskatzen kamen vereinzelt zur Römerzeit, in größerer Anzahl aber erst vor ca. 1.100 Jahren, zur Zeit der Karolinger, nach Mitteleuropa. Ob und in welcher Größenordnung danach eine Einkreuzung der Hauskatze in die Wildkatzenpopulation bzw. eine Einkreuzung der Wildkatze in die Hauskatzenpopulation stattgefunden hat, lässt sich heute nur schwer nachvollziehen. Klar ist, dass die Europäische Wildkatze unsere Wälder bereits lange Zeit durchstreifte, bevor die Römer die ersten Katzen mit über die Alpen nahmen. Es wird heute davon ausgegangen, dass sie bereits vor gut 300.000 Jahren in Mitteleuropa beheimatet war. Die Eiszeiten mit ihrem Wechsel von Kalt- und Warmzeiten erforderten eine Anpassung an das rauere Klima und den Lebensraum Wald. Die Waldkatze – wie sie auch genannt wird – entwickelte sich von der Steppenkatze zu einem größeren, gedrungeneren und langhaarigeren Typus. Der in Europa gegenüber dem nordafrikanischen Raum ebenfalls deutlich kräftigere und langhaarigere Typus der Hauskatze lässt die Vermutung zu, dass eher eine Einkreuzung der Europäischen Wildkatze in die Hauskatzenpopulation stattgefunden hat wie umgekehrt.
Unterscheidungsmerkmale von Wildkatze und Hauskatze