Grünbrücken für Wildtiere
Viele unserer letzten Wildkatzenvorkommen sind durch menschliche Siedlungen und Straßen voneinander isoliert. Dörfer und Städte werden konsequent von Wildkatzen gemieden und an Straßen werden Wildkatzen häufig überfahren. Deshalb hat die Wildkatze große Probleme zwischen ihren dauerhaften Lebensräumen, meist größeren Waldflächen, zu wechseln. Dies ist aber wichtig, weil in kleineren Wäldern, wie z.B. dem Bienwald, wegen der großen Streifgebiete der Wildkatzen nur wenige Tiere leben können und nur ein Austausch mit der individuenstarken Pfälzerwaldpopulation eine genetische Verarmung verhindern kann. Deshalb war es wichtig, mit Hilfe dreier besenderter Wildkatzen, die als
einjährige Tiere weitgehend im Offenland zwischen Pfälzerwald und Bienwald lebten, einen noch für Wildkatzen begehbaren Korridor nachzuweisen. In „Wildkatzenkorridoren“ sind es vor allem kleine Gehölze und Staudenflure, die als sogenannte Trittsteinbiotope dienen. Die Trittsteinbiotope liegen häufig an Gewässern, wie im „Bienwaldkorridor“ zum Teil entlang des Otterbachs, und sollen mindestens 1 bis 2,5 ha groß sein (das entspricht 1,5 bis 3,5 Fußballfeldern). Die Abstände zwischen den Trittsteinen dürfen nicht mehr als 500 bis 1.000 m betragen, um den wilden Katzen das Überwinden offener Flächen zu ermöglichen. Damit Wildkatzen sich trauen, einen Weg zwischen den menschlichen Siedlungen hindurch zu wählen, müssen die Bebauungslücken zwischen den Dörfern mindestens eine Breite von 1.000 m haben.
Dadurch, dass man jetzt weiß, wie ein Korridor strukturiert sein muss, kann ganz gezielt darauf geachtet werden, die einzelnen Bausteine zu erhalten bzw. wieder zu verbessern. In manchen Gebieten, die sehr stark von Schnellstraßen oder Autobahnen zerschnitten sind, wie z.B. der Pfälzerwald durch die B10, ist zur Wiederherstellung eines Lebensraumverbundes auch der Bau von „Grünbrücken“ über gefährliche Straßen notwendig.