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Alles für die Katz


von Thomas Stephan

Für den Schutz der Wildkatze ist die Vernetzung der verbliebenen Waldlebensräume von zentraler Bedeutung. Diese liegen heute oft völlig inselartig im intensiv genutzten Offenland.

Eine (Wieder-)Besiedlung neuer Lebensräume und ein genetischer Austausch der Wildkatzenpopulationen untereinander sind nur dann möglich, wenn wildkatzentaugliche Korridore vorhanden sind, die die einzelnen Waldflächen miteinander verbinden. Ausgeräumte Landschaften ohne Deckung und Siedlungsbereiche werden von der Wildkatze gemieden. Deshalb ist es wichtig, derzeit noch bestehende Korridore frei von Bebauung und gefährlichen Straßenquerungen zu halten. Vorhandene Feldgehölze und Staudenfluren sollten als Trittsteinbiotope für die Wildkatze – und andere Arten – erhalten bleiben oder bei Lücken von über 500 m neu angelegt werden. Der Korridor sollte dabei eine Mindestbreite von 1.000 m nicht unterschreiten.

 


von Thomas Stephan

Bei bereits bestehenden Barrieren durch Verkehrswege kann es notwendig sein, diese mit sicheren Querungsmöglichkeiten nachzurüsten. Grünbrücken und Grünunterführungen in Verbindung mit wildkatzensicheren Schutzzäunen helfen die negativen Auswirkungen auf die Tiere zu vermindern.

Das Land Rheinland-Pfalz will mit dem Projekt „Wildtierkorridore“ dieser Problematik Rechnung tragen und ein landesweites Netz miteinander verbundener Lebensräume schaffen.

Der BUND hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Rettungsnetz von 20.000 km Wanderkorridore für die Wildkatze zuschaffen. Im Rahmen des Projektes „Die Wildkatze in Rheinland-Pfalz“ soll aktuell die Ausbreitung der Wildkatzen zwischen den Kerngebieten südlicher Pfälzerwald und Bienwald gefördert werden. Hier finden Sie weitere Informationen zum geplanten Wanderkorridor zwischen Bienwald und Pfälzerwald.

 

Weiterhin sollten Wald- und Waldrandflächen vor Bebauung und Nutzung besser geschützt werden und traditionelle Nutzungsformen wie Niederwaldwirtschaft und kleinbäuerliche Landwirtschaft möglichst erhalten bleiben.

Um die einzelnen Populationen in den verschiedenen Waldgebieten zu stärken, sollten Wildkatzenförderräume geschaffen werden. Hier sollten die im Folgenden aufgezählten Maßnahmen auch innerhalb der regulären forstlichen Bewirtschaftung berücksichtigt bzw. umgesetzt werden:

- Schutz von Altholzbeständen

- Schutz aller Laub- und Nadelbäume mit Baumhöhlen von mindestens 20 cm  Höhlendurchmesser

- Erhalt oder Schaffung von störungsarmen Bereichen für die Wildkatze (Überprüfung des bestehenden Wegenetzes, Rückbau entbehrliche Wege, Besucherlenkungskonzepte)

- Einrichtung von Jagdruhezonen

- Reduktion der jagdlichen Mortalität durch Verbote oder freiwilligen Verzicht auf Fallenfang und Abschuss getigerter Katzen (bereits teilweise umgesetzt)

 

Die folgende Arbeit vom Institut für Tierökologie und Naturbildung vermittelt einen sehr guten Überblick über  Maßnahmen im Wald zur Förderung und Sicherung der Lebensräume der Europäischen Wildkatze.


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In Rheinland-Pfalz wird das Projekt von der Stiftung Natur und Umwelt mit Geldern aus der LOTTO -Glücksspirale RLP co-finanziert.



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