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HINTERGRUNDINFO WILDKATZENSPRUNG

Wiedervernetzung isolierter Wälder in Deutschland –
ein Generationenprojekt im Auftrag von Wildkatze & Co

Deutschlands Lebensräume für wilde Tiere und Pflanzen schrumpfen fortwährend. Straßen und Schienentrassen, Siedlungen, Industrieflächen und ausgeräumte Ackerflächen trennen die Lebensräume und damit die Bestände vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. (Zunahme Siedlungs- und Verkehrsfläche/Tag: knapp 80 ha, Quelle: Statistisches Bundesamt 2011) Diese Zerschneidung der Landschaft stellt eine der größten Bedrohungen der biologischen Vielfalt in Deutschland dar. Um bedrohte Waldtierarten wie die Wildkatze zu schützen, müssen wir ihnen wieder
Lebensräume zurückgeben und die bereits isolierten Wälder wieder miteinander verbinden. Nur so können sie ihren natürlichen Wanderungen nachkommen und sich genetisch austauschen. Bleiben sie isoliert, bedrohen Inzucht und genetische Verarmung das Überleben der verbliebenen Populationen.

Die Vision des BUND: Deutschlands Wälder werden miteinander vernetzt. Durch grüne Korridore entsteht ein Waldverbund von 20.000 Kilometern Länge.

Die Wildkatze, Ureinwohnerin unserer Wälder, lebte einst flächendeckend in ganz
Deutschland. Früher durch intensive Bejagung und heute durch Verlust ihrer Lebensräume ist ihre Population in den letzten Jahren dramatisch gesunken. In weiten Teilen Deutschlands ist sie bereits ausgestorben. Zum Überleben braucht die Wildkatze naturnahe Mischwälder mit altem Baumbestand, kleinen Lichtungen, verborgenen Wiesen und Waldrändern mit reichen Heckenstrukturen. Diese finden die letzten Wildkatzen (aktuelle bislang grobe Schätzungen gehen von 5.000 – 7.000 Tieren aus) heute in einigen wenigen Gebieten in Mittel- und Südwestdeutschland z.B. im Hainich, Harz, in der Eifel, dem Hunsrück oder Pfälzer Wald. Vorbild für die Vernetzungsvorhaben ist der vom BUND entwickelte Wildkatzenwegeplan
(www.bund.net/wildkatzenwegeplan), der Wälder mit Wildkatzenvorkommen mit potenziellen Wildkatzenlebensräumen verbindet. Unter dem Dach des „Rettungsnetz für die Wildkatze“ wurden bereits drei Korridore in Thüringen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen gepflanzt. Mit dem Projekt „Wildkatzensprung“ geht der BUND nun in die zweite Umsetzungsphase.









In Rheinland-Pfalz wird das Projekt von der Stiftung Natur und Umwelt mit Geldern aus der LOTTO -Glücksspirale RLP co-finanziert.



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