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Wildkatzen-Tag „Auf leisen Sohlen- À pas de velours“ im NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede in Fischbach


Tastsinn der Schnurrhaare

Am 23.03.2010 trafen sich Schülerinnen und Schüler der Ecole "P. Pflimlin" aus Brumath mit der 3. Klasse der Grundschule Fischbach/Dahn im NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede der GNOR, um sich gemeinsam einen Tag lang zu kleinen "Wildkatzen-Experten" ausbilden zu lassen. Ermöglicht wurde der Tag durch das großzügige Sponsoring der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank Südwest eG im Rahmen des Projekts "Die Wildkatze in Rheinland-Pfalz“.

Das Team des NaturErlebnisZentrums Wappenschmiede aus Fischbach hatte hierzu in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Les Piverts, Lohr, zahlreiche erlebnispädagogische Stationen errichtet, die es für alle Kinder mittels ihrer Sinne und ihren Arbeitsheften zu erkunden galt.


Krallenmodell

Durch ein kleines Kennlernspiel gelang es, die anfängliche Scheu zu überwinden, und es wurde – getragen von der Stimmung eines ersten Frühlingstags – recht schnell eine Atmosphäre von lebhafter "deutsch-französischer Zusammenarbeit" geschaffen. Nach einer kurzen Einführung in die Stationsarbeit und den Umgang mit dem Arbeitsheft konnte dann auch gleich tierisch losgelegt werden.

So sollten die Kinder bei der ersten Station ein Wildkatzenpräparat genau beobachten und aufzeichnen. Zudem wurden die Unterschiede zwischen Wild- und Hauskatze herausgearbeitet, wie zum Beispiel der immer schwarz geringelte, buschige Schwanz und die stets rosafarbene Stupsnase der Wildkatze. Wie sich unser menschliches Sehvermögen im Gegensatz zu dem von Katzen in der Dunkelheit unterscheidet, wurde durch ein Experiment verdeutlicht. Vor der Mittagspause wurden die Jagdwerkzeuge der Katze anhand eines Schädels und eines Krallenmodells erläutert. Das Arbeitsheft diente nicht nur bei den Stationen als Leitfaden, sondern es kann damit auch später in den Schulen weitergearbeitet und das Wissen um die Wildkatze vertieft werden.


Wildkatzenschädel

Nach der Mittagspause ging es gestärkt zum zweiten Teil des Tages: Die Kinder gingen mit ihren am Vormittag erworbenen Fähigkeiten als „kleine Wildkatzen“ auf Reviererkundung. Die Jagdtechniken der Wildkatze, Lauern und Schleichen, konnten die Kinder hautnah bei einem Katz-Mausspiel erfahren, bei dem sich die Katzen unbemerkt an ihre Mäuse - die Hauptnahrung der Wildkatze - heranschleichen mussten. Schnell wurde sichtbar, dass dies auf dem vom trockenen Herbstlaub des letzten Jahres bedeckten Waldboden kein leichtes Unterfangen war...

Wildkatzen leben vorzugsweise in Baumhöhlen in naturnahen, reich strukturierten Laub-Mischwäldern. Die Kinder hatten nun die Aufgabe, in einem Waldabschnitt einen Baum zu suchen, der als Behausung für eine ausgewachsene Wildkatze in Frage käme.


Balancieren wie eine Wildkatze

Im letzten Teil der Veranstaltung wurde die Gefährdung dieser beeindruckenden Tierart besprochen, die die Kinder jetzt intensiv kennengelernt hatten. Mittels Fühltaschen sollten die Kinder entdecken, welche Gefahren unserer Wildkatze durch den Menschen drohen. So fanden sie heraus, dass vor allem die intensive Landwirtschaft ihren Lebensraum verringert und Straßen ihn zerschneiden. Als mögliche Lösungsvorschläge äußerten die Kinder folgende Ideen: Straßen dürfen nicht mehr durch Wälder gebaut werden und alte Bäume sollen nicht mehr gefällt werden, damit die Tiere wieder mehr Höhlen haben.

Auch wenn es die eine oder andere sprachliche Barriere zu überwinden gab, war es doch ein erlebnisreicher und intensiver Tag für alle Kinder, und sicherlich nahmen sie nicht nur viel Wissen über die Wildkatze mit nach Hause, sondern waren vielleicht auch ein wenig erfüllt von dem Empfinden, dass Natur keine Grenzen kennt...









In Rheinland-Pfalz wird das Projekt von der Stiftung Natur und Umwelt mit Geldern aus der LOTTO -Glücksspirale RLP co-finanziert.



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