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Pfälzerwald – Nordpfälzer Bergland – Hunsrück

Der BUND Rheinland-Pfalz beteiligt sich aktuell mit Untersuchungen zu
Wildkatzen im Pfälzerwald an dem bundesweitem Projekt "Wildkatzensprung".

Der BUND wird sich künftig noch stärker für die Wiedervernetzung der
Wälder einsetzen. Nahezu abgeschlossen ist hierzu der Aufbau einer
bundesweiten Gendatenbank für Wildkatzen, welche bei zukünftigen
Fragstellungen und Planungsvorhaben eine Entscheidungshilfe für
sinnvolle Maßnahmen sein kann. Deshalb werden seit 2012 und auch in
diesem Winter bis zum Frühjahr 2015 mit Hilfe vieler ehrenamtlicher
HelferInnen 50 Lockstöcke im Pfälzerwald bei Kaiserslauten betreut. Die
Stöcke werden regelmäßig aufgesucht und eventuell gefundene Haare von
den Lockstöcken abgesammelt. Diese werden dann genetisch untersucht.


Bei dem Gebiet Pfälzerwald – Nordpfälzer Bergland – Hunsrück handelt es
sich um ein großes, stark zersiedeltes und vor allem von den Autobahnen
A6 und A63 in Ost-West-Richtung zerschnittenes Gebiet. Das
Siedlungsgebiet der Stadt Kaiserslautern am Nordrand des
Biosphärenreservates Pfälzerwald bietet selbst keine Korridore für die
Wanderung von Wildtieren, es kann nur östlich oder westlich von den
Wildkatzen umgangen werden. Im näheren Umfeld des Stadtgebietes ist die
Landschaft durch Siedlungen und Verkehrswege stärker zerschnitten. Um
für Wildkatzen und andere Wildtiere dennoch die Möglichkeit zur
Wanderung zu gewährleisten, wurden durch ÖKO-LOG Korridore durch das
zersiedelte Gebiet errechnet. Die Nutzung dieser Korridore versucht der
BUND Kaiserslautern durch Beobachtungen, Fotofallen und Haarproben zu
belegen.

Seit einigen Jahren setzt der BUND Kaiserslautern für die Beobachtung
zwei Fotofallen ein, was sich bisher aber als schwierig erwies. An einer
Autobahnunterführung, die als mögliche Querung für Wildkatzen angenommen
wurde, konnten innerhalb von acht Wochen keine Wildkatzen fotografiert
werden. Vermutlich war hier zu viel Betrieb durch Forstaktivitäten und
Wanderer. Der Versuch, mit der zweiten Kamera an einem weiteren, für den
Korridor interessanten Standort Wildkatzen nachzuweisen, musste nach
zwei Wochen abgebrochen werden. Die Aktion hatte zu viel Interesse bei
unbekannten Personen hervorgerufen, die den Helfern nachgegangen waren.
Die BUND-Aktiven suchen jetzt nach weiteren geeigneten Standorten für
ihre Beobachtungsinstrumente.

Um das Thema Wildkatze und Wildkatzenkorridor der Öffentlichkeit bekannt
zu machen, fand im Juni 2008 eine Informationsveranstaltung mit einer
Präsentation durch Wildkatzenexperten von ÖKO-LOG statt. Die
Veranstaltung kam in der Bevölkerung gut an und fand gute Resonanz in
Presse und Rundfunk. Aufgrund der Veranstaltung gründete sich eine
Wildkatzengruppe und es folgten viele Rückmeldungen aus der Bevölkerung
zu Wildkatzenbeobachtungen. Es hat sich eine ganze Reihe von
freiwilligen Helfern für die Kamerakontrolle gemeldet, um dem heimischen
Säugetier Wildkatze auf die Spur zu kommen. Und auch die Landesforsten,
die Forstabteilung der Stadt Kaiserslautern und die Jäger haben großes
Interesse und unterstützen die Arbeit.









In Rheinland-Pfalz wird das Projekt von der Stiftung Natur und Umwelt mit Geldern aus der LOTTO -Glücksspirale RLP co-finanziert.



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