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Mittelrhein – Westerwald/Lahn/Taunus

Die Wildkatze ist rechtsrheinisch bereits in weite Teile des Taunus vorgedrungen. Hier lebt auf 469km² eine kleine Wildkatzenpopulation, die ca. 60 bis 160 Tiere umfasst. Das Areal erstreckt sich nach Norden bis zur Montabaurer Höhe. Der Westerwald blieb allerdings bis auf den südlichen Teil – Lahnhänge, Montabaurer Höhe und das Gelbachtalsystem - bisher größtenteils von Wildkatzen unbesiedelt. Ein entscheidendes Hindernis bei der Wanderung nach Norden scheint es zu geben: die Autobahn A3. 

Für Erhalt und Ausbreitung der Wildkatze und anderer Wildtiere engagieren sich im Gebiet Mitglieder des BUND zusammen mit einem Biologen der Will und Liselott Masgeik-Stiftung. Zum einen aktualisieren die Aktiven die bisherige Bestandssituation der Wildkatzen im geographischen Westerwald. Dabei liegt der Fokus auf der nordöstlichen Verbreitungsgrenze der Wildkatze in Rheinland-Pfalz, die sich quer durch den Westerwald erstreckt. Gleichzeitig kümmern sie sich um die Situation an der Autobahn A3, die für die Ausbreitung der Wildkatze hinderlich zu sein scheint. Hier sammeln sie zusätzliche Daten über Katzennachweise, die Wildschutzzäune an der A3 und die Qualität der Durchgänge. Ziel ist es, die Qualität der Durchgänge zu verbessern. Zusätzlich soll dann der nach Norden gerichtete Korridor durch Gehölzstrukturen aufgewertet werden.


Um den Bestand der Wildkatzen zu erfassen und somit eine solide Grundlage für weitere Aktivitäten zu haben, arbeitet die Gruppe mit Erfassungsbögen, mit Fotofallen und Lockstöcken. Die Erfassungsbögen wurden an Jäger und die zuständigen Forstämter verteilt, die im Laufe des Jahres 2008 30 Wildkatzenbeobachtungen gemeldet haben. Darunter zwei Beobachtungen von jungen Wildkatzen. Außerdem wurden sieben tote Katzen gefunden, von denen vier bereits als Wildkatzen identifiziert sind. 

Außerdem arbeitete die Gruppe intensiv mit Lockstöcken und Fotofallen. Mit Baldrian präpariert ziehen die Lockstöcke Katzen an. Die Haare, die beim Reiben der Katzen an den Stöcken zurückbleiben, können für genetische Analysen verwendet werden. Auf diese Weise konnten die Wildkatzen-Aktiven 18 Haarproben nehmen, die nach Analysen im Labor mit hoher Wahrscheinlichkeit von Wildkatzen stammen. Mit der Hilfe von Kameras, so genannten Fotofallen, gelangen der Gruppe Fotos und Filme von Wildkatzen, die sich an den Lockstöcken rieben.
 

Um das Thema Wildkatze und Wildtierkorridor publik zu machen, stellten die Akteure von BUND und Masgeik-Stiftung Ende April 2008 das Projekt der Öffentlichkeit vor. Die Veranstaltung, unterstützt durch die Wildkatzenexperten M. Trinzen und I. Büttner, fand neben zahlreichen Berichten in Presse, Rundfunk und Fernsehen ein großes positives Echo in der Bevölkerung. Am 12. Dezember 2008 findet die endgültige Vorstellung der Ergebnisse an der Naturschutzstation der Will und Liselott Masgeik-Stiftung statt.

 

 









In Rheinland-Pfalz wird das Projekt von der Stiftung Natur und Umwelt mit Geldern aus der LOTTO -Glücksspirale RLP co-finanziert.



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